Archiv der Kategorie: Innendämmung

Hilfe bei Eigenleistung

„Wo bekomme ich eigentlich Hilfe, wenn ich Eigenleistungen machen will, aber keine Erfahrung mit dem Lehmbau habe? Hier steht ja einiges geschrieben, aber wie sieht es mit Unterstützung in der Planung und vor Ort aus?“

Beim einschlägigen Baustoffhandel und auch einigen Handwerkern gibt es gute Informationen und evtl. auch eine Einarbeitung. Die Baustoffproduzenten haben meist einen Außendienst, der Hilfen geben kann. Aber – man möge es mir verzeihen – deren aller Aufgabe ist nicht das Betreuen von Selbermachern, sondern das Verkaufen ihrer Produkte und die Ausführungen handwerklichen Leistungen. Auch verfügen sie eher selten über die Zeit, das Interesse und das kommunikativ-pädagogische Know-how für ein vernünftiges Eigenleistungscoaching. Das ist gut und richtig so, denn ihr Geschäft ist ja ein anderes. Für den versierten DIY-Spezialisten reichen ein paar Hinweise und Kniffe aus, für den Anfänger allerdings nicht.

 
 

Beim letzten Eigenleistungscoaching habe ich der Baufrau z.B. die Handhabung ihrer alten Handkreissäge erklärt. Ihre Handwerker hatten sich geweigert mit den Worten: „Lassen Sie mal, wir machen das eben für Sie.“ Doch damit war ihr nicht geholfen. Das habe ich dann nachgeholt. Nach der ersten gemeinsamen Wand Innendämmung kann sie nun die Holzfaserplatten für die nächsten Wände elegant mit ihrer Säge sägen. Analog haben wir das Ansetzen der Dämmplatten mit Lehmkleber, das Festdübeln und Aufbringen der Armierungslage gemeinsam ausgeführt. Mein Job dabei ist es, mich überflüssig zu machen.

Also zurück zur Frage: Mit dem Eigenleistungscoaching und dem gemeinsamen Arbeiten mit dem Bauherren verdiene ich einen Teil meines Geldes. Ich habe viele Jahre als Trainier gearbeitet und den meisten meiner privaten Bauherren den Lehmbau praktisch nahe gebracht. Anfragen sind stehts willkommen. Entfernungen spielen dabei nicht immer eine Rolle. So fahre ich immer noch gerne auch nach Norden/Nordeich an die Küste.

Der Lehmbau eignet sich übrigens perfekt für Eigenleistung. Es kann so einiges an Eigenkapital erarbeitet werden. Nur unterschätzen sollte man auch das nicht. Hier ein Vortrag zum Thema.

 

Wärmedämmung von Fachwerkwänden

„Wie kann ich Fachwerk-Außenwände wärmedämmen, wenn das Fachwerk von außen sichbar bleiben soll?“

Das ist eine häufige Frage im Denkmalschutz, nicht nur bei Fachwerkhäusern. Fachwerkhäuser sind meist denkmal geschützt oder gleichwertig anzusehen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten nicht die Anforderungen der EnEV so, wie sonst bei Modernisierungen. Hier sind geringere Dämmwerte zulässig. Das gilt auch für die Förderungen der kfw-Bank. Da sich die Bestimmungen aber mehr oder weniger häufig ändern, möchte ich hier auf die entsprechenden Regelwerke verweisen.

Bewährt hat sich der folgende Aufbau, der auch in den Zeichnungen dargestellt ist. Das Fachwerk wird instandgesetzt und die Gefache ggf. mit Leichtlehmsteinen erneuert. Dann folgt eine Innendämmung aus Leichtlehmsteinen oder aus Holzfaserplatten. Eine Innenschale aus feucht eingebrachtem Leichtlehm ist zwar sehr sympatisch, benötigt aber recht lange Trocknungszeiten, d.h. unter Umständen auch mehrere Monate. Das halte ich icht mehr für zeitgemäß. Sollte man die Zeit allerdings haben und den Aufwand nicht scheuen, ist auch dies eine klasse Variante.

 

Innendämmung im Hochhaus

„Wie kann ich eine einzelne Wohnung in einem Hochhaus wärmedämmen, um Heizkosten zu sparen und die Behaglichkeit zu verbessern?“

Mit Innendämmung ist das durchaus möglich. Schauen wir uns an, wie ich es in Alicante, Spanien, gemacht habe:

Denkt man an die Gegend südlich von Alikante, Spanien, denkt man nicht unbedingt an Wärmedämmung. Doch auch hier kann es empfindlich kühl werden. Das gilt besonders, wenn sich die Wohnung im 9. Stockwerk an der Küste, also dem Seewind ungebremst ausgeliefert, befindet. Durch die Höhenlage der Wohnung ist auch der Landwind ein Thema.

Nach einiger Überlegung wurde sich für eine Innendämmung aus Holzfaserplatten und Lehmputz entschieden. Die Innendämmplatten wurden von den Bauherren mittels Lehmkleber in Eigenleistung angebracht und die Armierungslage ebenfalls aus Lehmklebe- und -armierungsmörtel aufgeputzt.

Nachträgliche Wärmedämmung lässt sich einfach und günstig als Innendämmung ausführen, auch an einzeln ausgewählten Wänden . Es ist eine perfekte Möglichkeit Bestandsbauten und einzelne Etagenwohnungen energetisch zu verbessern und so den Komfort zu erhöhen. Innendämmaßnahmen sind gut auch in bewohnten Wohnungen auszuführen, wenn sorgfälltig gearbeitet wird. Es werden kaum mehr als 1 – 1,5 m Fläche vor der Wand benötigt. Das staubige Zusägen der Dämmplatten und das Anmischen des Lehmputz geschieht z.B. auf der Terrasse. „Lehmschmierereien“ lassen sich ohne Weiteres mit Wasser wegputzen.

Auf Eckschienen aus Kunststoff oder Metall wurde verzichtet. Hier war handwerkliche Arbeit gefragt. Für die Ausführung der Feinschicht aus Lehmoberputz fein wurde der Architekt eingeflogen.