Farbiger Lehmputz

„Lehm ist doch normalerweise lehmbraun bis ocker oder in machen Gegenden auch grau. Wieso ist er dann weiß oder rot oder grün?“

Es gibt braune / graue Lehme. Sie werden normalerweise für Mörtel, Unter- und Oberputze, für Lehmsteine, Lehmplatten und Stampflehm benutzt. Und dann es gibt farbige Lehm. Sie werden für Oberflächen und für gestalterische Zwecke beim Stampflehm eingesetzt. Farbig bedeutet bei Lehmbauern übrigens auch weiß, weil der eben nicht, wie üblich, lehmbraun ist.


z.B. helle Pastelltöne durch farbige Lehme ohne Pigmente

Wo kommt nun die Farbigkeit her? Es gibt zwei Varianten: man nimmt Lehm und mischt ihn mit (kalkechten) Pigmenten oder man nimmt farbige Lehme.

Weißer Lehm ist Porzellanerde. Regional gibt es sehr unterschiedliche Lehme. Lehm besteht aus Sand und Ton. Beide bestimmen die Farbe. Tonminerale gibt es viele unterschiedliche. Also kann man sich vorstellen, dass Lehm nicht nur in unterschiedlichen Qualitäten zu finden ist, sondern auch in unterschiedlichen Farbtönen. Erstaunlich finde ich immer wieder, wie scharf die verschiedenen Lehme von einander getrennt in der Erde liegen. Sie müssen mit relativ kleinem Gerät sorgfältig abgebaut werden. Das macht sie teurer als Standardlehme.

 
Fotos: Claytec e.K. – Baustoffe aus Lehm

Im Gegensatz zu farbigen Lehmen können mit Hilfe von zugefügten Pigmenten mehr und leuchtendere Farben hergestellt werden. Auch die über lange Produktionszeiträume gleiche Farbigkeit kann mit der Beimischung von Pigmenten einfacher garantiert werden. Die Zugabe von baubiologisch verträglichen Pigmenten beeinträchtigt die Eigenschaften von Lehmputz nicht, jedenfalls ist mir Nichts andereweitiges bekannt.

Im Vergleich zu pigmentierten Lehmputzen erscheint die Farbtiefe von natürlich farbigen Lehmen stärker. Sie wirken weniger flach. Eine Reihenfolge von oberfläch-flacher bis zu marmorartiger Tiefenwirkung könnte man so aufzählen: Putz mit Dispersionsfarbe – Putz mit Silikatfarbe – Lehmputz mit Pigmenten – Putz aus farbigen Lehmen – Marmor. Letztlich muss, je nach Zweck, jeder selbst beurteilen. Wie immer gilt auch hier: Proben vor Ort anlegen und bei unterschiedlichem Licht betrachten.