Lehmtrockenbau – leichte Trennwand

„Der Auftrag an den Holztechniker lautete: baue eine Trennwand aus Holzständern, die mit Holzfaserplatten mit Nut und Feder beplankt und anschließend mit Lehmputz verputz werden. Nun sieht das so aus: Anstatt von Ständerwerk wurde mit Dachlatten und anderen dünnen Brettern konstruiert. Der Sinn von Nut und Feder war nicht hinreichend bekannt (Es gab schlimmere Stellen als die hier gezeigten). Was tun?“

  

Der gewährleistende Handwerker und der bauüberwachende Architekt muss sagen: abreißen und neu machen. Dennoch wurde hier, aus Gründen, die wir hier weglassen, der Versuch gemacht mit dem Mangel im Rahmen des experimentellen Bauens umzugehen. Teils wurde eine weitere Lage Holzfaserplatten aufgedoppelt. Teils wurden die sichtbaren Latten mit der Armierungslage überputzt. Da vor dem Weiterarbeiten an diesen Wänden einige Wochen vergehen und gleichzeitig die Heizung mal ein- mal ausgeschaltet ist, wird die Rissbildung beobachtet. Evtl. muss eine zweite Armierungslage aufgebracht werden. Bisher funktioniert der Aufbau: Armierungslage aus Lehmarmierungsmörtel, 3 mm, und Flachsgewebe. Die Fugen wurden in einem ausgefüllt und nicht vorher geschlossen. Als Abschluss wird eine Lage Lehmoberputz fein, 2-3 mm, folgen.

Ich denke, das wird dauerhaft funktionieren. Im Rahmen der Eigenleistungsbetreuung wurde die Haftung beschränkt. Aber bitte, nicht nachmachen! Der Aufbau entspricht keinen Regeln zum Lehm Trockenbau – und auch sonst nicht! So schadet man nur dem Lehmbau. Richtig ist ein normgerechtes Ständerwerk, wie wir es aus dem Gipstrockenbau kennen, und dann, anstatt der Gipskartonplatten, Lehmbauplatten oder leichtere Holzfaserplatten auf das Holz- oder Metallständerwerk. Darauf dann die Armierungslage und der Feinputz.

Warum ich das hier trotzdem schreibe? Nun, machmal muss man Dinge tun, die Flexibilität erfordern. Der Lehmbau hat hier einiges zu bieten.