Fachwerk neu ausfachen

„Die Gefache eines denkmalgeschützten Fachwerhauses sollen erneuert werden. Derzeit ist die originale Stakung-Geflecht-Lehm-Ausfachung vorhanden. Es gibt Gründe sie zu entfernen. Kann ich die Gefache einfacher als mit Stakung etc., aber dennoch ebenso gut und denkmalgerecht neu füllen? Wenn ja, wie?“

Eine bewährte und in der Regel vom Denkmalschutz anerkannte Möglichkeit ist die Gefache mit Leichtlehmsteinen auszumauern. Die Gefache sind leer und sauber abgefegt. Dann werden Dreiecksleisten links und rechts an den senkrechten Balken befestigt. Lärchenholz eignet sich hier gut. Die Höhe in der Fuge sollte 12 mm betragen. Die Leichtlehmsteine werden mit Leichtlehmmauermörtel vermauert. An den Seiten der Dreicksleiste brauchen sie nicht ausgeklinkt werden. Es reicht hier ein sorgfälltig hergestellter Verbund zwischen Leiste, Mörtel und Stein. Es sind Lehmsteine der Rohdichte 1200 bis 700 üblich. In jeden Fall müssen sie der Anwendungsklasse 1a angehören. Bei 700ern kann das nicht der Fall sein. Dennoch wurden sie vor der gültigkeit DIN für Lehmsteine verwendet an wettergeschützen Wänden. An Wetterseiten sollte man sich auf die 1200er Steine beschränken. Ich halte sie in jedem Fall für den besten Stein, da kann man aber auch andere Ansicht sein.

Von Innen folgt dann ein Lehmputz und Innendämmung und von außen ein reiner Kalkputz, auf keinen Fall ein Kalkzementputz oder desgleichen. Mehr zum Außenputz hier.